In unserer heutigen, digital vernetzten Welt sind wir ständig von Informationen umgeben. Nachrichten erreichen uns quasi in Echtzeit, und soziale Medien ermöglichen es, jederzeit mit anderen in Kontakt zu treten und noch viel mehr: uns jederzeit mit anderen zu vergleichen.
Und genau dieser ständige Informationsfluss kann unser Angstempfinden beeinflussen.
Medienkonsum und Angst: Ein komplexer Zusammenhang
Der Konsum von Nachrichten, insbesondere wenn sie negative Ereignisse wie Krisen, (Natur-)Katastrophen oder Konflikte thematisieren, kann unser Stress- und Angstniveau erhöhen. Die permanente Konfrontation mit beunruhigenden Inhalten kann in uns das Gefühl auslösen, dass die Welt ein gefährlicher Ort ist, was logischerweise zu erhöhter Wachsamkeit und Besorgnis führt. Wir bekommen tagtäglich vorgeführt, dass die Welt nicht der sichere Ort ist, nach dem wir uns sehnen. Gerade in der heutigen angespannten weltpolitischen Lage wird diese Angst noch allgegenwärtiger und tritt vermehrt auf. Wir werden viel mehr, als noch vor einigen Jahren, so mehrmals täglich aus unserer eigenen, konstruierten "Sicherheitsblase" gerissen. Und ja, die Welt mag nicht immer ein sicherer und schöner Ort sein. Sich aber permanent mit dieser Erkenntnis zu konfrontieren, wirkt sich auf unsere Psyche aus. Die Menge macht das Gift.
Soziale Medien: Zwischen Verbindung und Vergleich
Soziale Medien bieten die Möglichkeit, mit anderen zu kommunizieren und Einblicke in deren Leben zu erhalten. Doch genau dieser Einblick kann problematisch sein. Oft präsentieren Nutzer idealisierte Darstellungen ihres Lebens, was bei Betrachtern zu Vergleichen und dem Gefühl führen kann, nicht mithalten zu können. Dieses Phänomen, bekannt als "Fear of Missing Out" (FoMO), beschreibt die Angst, etwas zu verpassen oder nicht Teil von Erlebnissen zu sein, die andere teilen. Besonders in sozialen Medien wird diese Angst verstärkt, da Nutzer ständig mit Bildern und Beiträgen konfrontiert werden, die das scheinbar aufregende Leben anderer zeigen. FoMO kann zu einem zwanghaften Drang führen, ständig online zu sein, um nichts zu verpassen, was wiederum Stress, Unzufriedenheit und sogar Angstzustände begünstigen kann. Studien zeigen, dass Menschen mit höherem FoMO häufiger soziale Medien nutzen, jedoch gleichzeitig eine geringere Lebenszufriedenheit und ein erhöhtes Gefühl sozialer Isolation erleben.
Neben FoMO spielt auch der soziale Vergleich eine entscheidende Rolle. Besonders problematisch ist der aufwärtsgerichtete soziale Vergleich ("Upward Social Comparison"), bei dem Menschen sich mit vermeintlich erfolgreicheren, attraktiveren oder glücklicheren Personen messen. Dies kann dazu führen, dass sie sich minderwertig fühlen, Neid empfinden oder ein negatives Selbstbild entwickeln. Hier tritt auch häufig die Angst auf, nicht mithalten zu können.
Weitere Phänomene, die in diesem Zusammenhang auftreten, sind:
"Instagram Anxiety" – Die durch soziale Medien verstärkte Angst und Unsicherheit, die aus unrealistischen Schönheits- und Lifestyle-Darstellungen resultiert.
"Highlight Reel Effect" – Die Wahrnehmung, dass andere ein perfektes Leben führen, weil in sozialen Medien meist nur die besten und aufregendsten Momente geteilt werden.
"Social Media Dysmorphia" – Eine verzerrte Selbstwahrnehmung, die durch den übermäßigen Konsum von bearbeiteten Bildern und Filtern in sozialen Medien entsteht.
Diese Mechanismen verstärken sich gegenseitig und können das persönliche Wohlbefinden erheblich beeinträchtigen.
Strategien für einen bewussten Medienkonsum
Angesichts dieser Problematiken bzw. Risiken ist es äußerst wichtig, den eigenen Medienkonsum kritisch zu hinterfragen und bewusst zu gestalten:
1. Zeitliche Begrenzung: Setzen Sie sich feste Zeiten für die Nutzung von Nachrichten und sozialen Medien. Dies hilft, eine Überflutung mit Informationen zu vermeiden. Mir hat hier sehr die Nutzung einer App-Blocking-App geholfen.
2. Bewusste Auswahl der Quellen: Nutzen Sie vertrauenswürdige Nachrichtenquellen und seien Sie skeptisch gegenüber reißerischen Schlagzeilen oder unbestätigten Informationen. Abonnieren und Deabonnieren Sie ganz bewusst Kanäle/Content-Creator:innen.
3. Digitale Auszeiten: Planen Sie regelmäßig Zeiten ein, in denen Sie bewusst auf digitale Medien verzichten, um Ihrem Geist Ruhe zu gönnen.
4. Reflexion des eigenen Verhaltens: Fragen Sie sich, warum Sie soziale Medien nutzen und wie Sie sich dabei fühlen. Wenn Sie feststellen, dass Sie sich nach der Nutzung häufig schlechter fühlen, ist dies oft eine hilfreiche Motivation unser Konsumverhalten zu verändern. Leider brauchen wir diese Erkenntnis meist immer und immer wieder.
5. Achtsamkeit und Selbstfürsorge: Praktiken wie Meditation, Atemübungen, Progressive Muskelentspannung, Yoga, Spaziergänge etc. können helfen, das allgemeine Stressniveau zu senken. Und wir konsumieren in dieser Zeit auch keine Medien ;)
Ein bewusster und reflektierter Umgang mit Medien kann dazu beitragen, das persönliche Angstniveau zu reduzieren und trägt vor allem bei jedem/jeder von uns dazu bei, unser allgemeines Wohlbefinden zu steigern.
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